Tagesseminar „Wenn sich der Körper fremd anfühlt“

I


Embodiment & Körperwahrnehmung mit Hilfe von Bodypainting

Tagesseminar September 2026, veranstaltet von Lebenslust Beratungsstelle

19. September 2026, Mülheim an der Ruhr.
Ein Tagesseminar geleitet von Elisabeth Mader, veranstaltet von der Lebenslust Beratungsstelle, eine spezialisierte psychosoziale Anlaufstelle, getragen vom SVLS e.V.. Sie richtet sich gezielt an lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter und nichtbinäre Menschen (LSBTIN*)** sowie an Personen mit Fragen rund um sexuelle Gesundheit (wie HIV und STIs)

Das Seminar beschäftigt sich mit Körperwahrnehmung, Embodiment und der Frage, wie wir wieder einen Zugang zum eigenen Körper finden können, wenn dieser sich nicht selbstverständlich nach Zuhause anfühlt und richtet sich an LSBTIN*-Jugendliche und Erwachsene, Ratsuchende, Selbsthilfegruppen sowie Fachpersonen aus beratenden Kontexten. 

Dysphorie, Diskriminierung, Identitätskonflikte oder belastende Erfahrungen können dazu führen, dass der eigene Körper zum Ort von Anspannung, Scham, Unsicherheit oder Distanz wird. Manchmal sind wir so sehr damit beschäftigt, unseren Körper zu beurteilen oder zu verändern, dass wir kaum noch wahrnehmen, wie er sich eigentlich anfühlt. Genau hier setzt das Seminar an: bei der bewussten Wahrnehmung und dem unmittelbaren Erleben des eigenen Körpers. Indem wir genauer hinspüren, können wir neue Perspektiven entdecken, vertraute Wahrnehmungsmuster hinterfragen und erkunden, was sich im eigenen Körper stimmig und gut anfühlt. So entsteht Raum für neue Erfahrungen und einen möglicherweise veränderten Zugang zum eigenen Körper.

Mithilfe von Psychoedukation, Wahrnehmungsübungen und kreativem Arbeiten mit und ohne  Bodypainting beschäftigen wir uns unter anderem mit Identitäten jenseits von Körpernormen, dem Ausdruck durch Kleidung, Makeup, gewisser Rollenbilder und Symbole und dem Unterschied von Außenwirkung und Innengefühl. Wir erkunden Möglichkeiten zur Stärkung des Selbstbilds, Selbstwirksamkeit und Selbstregulation, setzen uns mit persönlichen Grenzen auseinander und erarbeiten individuelle Ressourcen für schwierige Situationen im Alltag

Wahrnehmen ohne Bewertung

Wenn wir über Körperwahrnehmung und Selbstakzeptanz sprechen, begegnet uns schnell die Forderung nach Selbstliebe. Aber was, wenn sich „Ich liebe meinen Körper“ gerade überhaupt nicht stimmig anfühlt? In diesem Seminar geht es nicht darum, den eigenen Körper plötzlich schön zu finden oder den eigenen Körper von jetzt auf gleich zu 100% zu lieben.
Es geht vielmehr darum, sich in einem sicheren Rahmen selbst bewusst wahrzunehmen, ohne zu bewerten. Es geht darum eigene Grenzen zu erkennen und herausfinden, wie sich der eigene Körper vielleicht ein kleines Stück anders erleben lässt.. 

Bodypainting als Werkzeug

Seit vielen Jahren erlebe ich, wie sich durch Farbe, Formen und Symbole etwas verändern kann. Wie Menschen ihren Körper plötzlich anders betrachten, neu kennenlernen und dabei Zugang zu ihrem eigenen Erleben finden. Dass Kunst innere Prozesse anstoßen und etwas ausdrücken kann, wofür Worte fehlen, ist aus der Kunsttherapie bekannt. 

Bodypainting eröffnet dabei eine zusätzliche Ebene: Der eigene Körper wird selbst zum Gestaltungsraum und damit unmittelbar in den kreativen Prozess einbezogen. Kunst wird nicht nur betrachtet, sondern am eigenen Körper erlebt. Genau diese Verbindung von kreativem Ausdruck, körperlichem Erleben und bewusster Wahrnehmung macht Bodypainting zu einem spannenden Werkzeug, das etablierte kunsttherapeutische und andere therapeutische Ansätze sinnvoll ergänzen kann. 

Bodypainting ist hier jedoch nicht als alleinstehende Therapieform zu sehen, sondern vielmehr als kreativer Zugang, um Wahrnehmung, Ausdruck und Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper auf eine andere Weise zu ermöglichen.


Kein Leistungsdruck

Gerade bei körperbezogenen Themen ist es wichtig, keinen neuen Leistungsdruck entstehen zu lassen. Es geht darum, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Erkenntnisse möglich werden, ohne dass etwas erzwungen werden muss.

Neben anderen kreativen Zugängen und Wahrnehmungsübungen ist Bodypainting ein bewusstes Angebot des Seminars, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, ohne selbst Farbe auf die Haut zu bringen. Niemand muss sich ausziehen, sich bemalen oder bemalen lassen. Jede Person entscheidet selbst, wie weit sie gehen möchte. Die eigenen Grenzen werden dabei nicht nur respektiert, sondern bewusst wahrgenommen und zum Teil des Prozesses. 

This website uses cookies. By continuing to use this site, you accept our use of cookies.